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  • AutorenbildSilke

Bärlauch (Alium ursinum)


Der Bärlauch ist einer unserer kraftvollsten Frühjahrskräuter. Die Verwendung des Bärlauchs in der Küche ist, denke ich, jedem bekannt. In Vergessenheit geraten ist allerdings seine "bären"- starke Heilkraft.


Schon alleine seine Name „Bär-Lauch“ verrät uns so einiges über ihn. Der Bär war einer der Seelentiere der Germanen. Unsere Vorfahren glaubten, dass die Kräfte ihrer Seelentiere auch auf Pflanzen übergehen würden. So nannten sie viele Pflanzen nach ihren Seelentieren wie z.B. Wolfsmilch, Fuchswurz, Bärenklau und auch den Bärlauch.

Eine alte Geschichte erzählt, dass die Bären nach ihrem Winterschlaf zuallererst zum Bärlauch gingen um diesen zu essen. So wurde ihr Fell wieder glänzend und ihre Kräfte kehrten nach dem langen Winter zurück.


Der zweite Namensteil ist den Lauchpflanzen gewidmet. So wie bei dieser Pflanzengattung, sprießen die Blätter des Bärlauches aus einer länglichen, mit Häuten umgebenen Zwiebel hervor. Und auch die Lauchgewächse wurden in früheren Zeiten als wichtiges Heilmittel geschätzt, da sie die Magen-und Darmsäfte anregen und Gärungs-und Fäulniserreger hemmen.


Doch worin liegt seine Heilkraft? Durch die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, kann der Bärlauch helfen, Stoffwechselprodukte im Körper zu lösen, Toxine auszuscheiden, verhindern, dass sich Cholesterin an den Gefäßwänden anlagert, das Blut reinigen und das Immunsystem stärken. Wissenschaftlich ist dies allerdings nicht belegt. Aber bereits Kräuterpfarrer Künzle sagte:



„Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärenlauch.“



Als Frühjahrskraut eignet sich der Bärlauch somit hervorragend. Für eine Frühjahrskur kann z.B. für 4-6 Wochen jeden Tag frischer Bärlauch gegessen werden. Hier der Hinweis, dass die Blätter ihre meiste Kraft vor der Blüte besitzen und dies auch der richtige Zeitpunkt ist, diese zu ernten. In getrocknetem Zustand hat der Bärlauch keine Wirkkraft mehr.

Alternativ kann man sich eine Bärlauchtinktur ansetzen, dann kann man seine Kraft auch noch nach dem Frühjahr nutzen.


Bärlauchtinktur

Frische Blätter säubern, klein schneiden und locker in ein helles Schraubglas bis zum oberen Rand legen. Mit 45%igen Alkohol auffüllen und für 3 Wochen ziehen lassen. Danach in dunkle Tropffläschchen abfüllen.

Als Frühjahrskur 3xtgl. 10 Tropfen vor dem Essen für 4-6 Wochen einnehmen.


Da der Bärlauch auch den Blutdruck senken kann, sollte er bei bereits zu niedrigem Blutdruck gemieden werden! Auch können bei häufigem Verzehr des Bärlauches Magenschmerzen verursacht werden.


Wenn du den Bärlauch sammeln möchtest, musst du dich natürlich auch mit seinen Verwechslungspartnern auseinander setzten. Dies sind der gefleckte Aaronstab, die Herbstzeitlose und das Maiglöckchen. Alle drei sind giftig!


Hier die Unterscheidungsmerkmale:


Aus der Zwiebel des Bärlauches wächst in der Regel nur ein gestieltes Blatt heraus.



Die Oberseite des Bärlauch ist glänzend

grün, die Unterseite matt.






Knickt man das Bärlauchblatt in der Mitte, knackt es und ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Maiglöckchen ist der Stiel. Dieser ist beim Bärlauch dreikantig, beim Maiglöckchen rund.


Außerdem bildet das Maiglöckchen zwei große Blätter (hier ist sowohl die Ober- als auch die Unterseite grün glänzend) aus, die am gleichen Stängel sitzen und ihn umschließen. Zusätzlich sind diese am unteren Ende von einem Hüllblatt umgeben.


Die Herbstzeitlose hat mehrere, schmalere, tulpenartige Blätter ohne erkennbaren Stiel, die sich gegenseitig ummanteln. Auch hier sind die Blätter sowohl auf der Oberseite und Unterseite grün glänzend.


Mit dem Aaronstab kann der Bärlauch nur im Anfangsstadium des Wuchses verwechselt werden. Hier ist der Unterschied, dass die Blätter des Aaronstabes, beim Austreiben, eingerollt sind und der Bärlauch nicht. Sobald sich die Blätter des Aaronstabes entfaltet haben, dürfte man sie nicht mehr verwechseln, da die Blattform des Aaronstabes einem Pfeil ähnelt und der des Bärlauches eben nicht.



Falls du dir nicht sicher bist, bei der Bestimmung des Bärlauches oder nimm dir jemanden mit, der sich auskennt, besuche eine Kräuterwanderung, bei der dies nochmals genau erklärt wird.

Und achte bitte immer darauf, dass du achtsam sammelst!


Wichtig: Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!

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