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  • AutorenbildSilke

Die Sinne der Bäume



Hast du gewusst, dass auch Bäume 5 Sinne haben, so wie wir?


Bäume können z.B. sehen!

Der aktuelle Stand der Forschung ergibt, dass ein Baum 11 Lichtrezeptoren besitzt. Dies sind 7 mehr, als wir Menschen haben. Über die Lichtrezeptoren zählen sie die Tagesstunden und so wissen sie genau, wann es im Herbst Zeit ist, die Photosynthese einzustellen und die Blätter abzuwerfen. Auch im Frühjahr erkennen sie durch ihre Lichtrezeptoren, wann der richtige Zeitpunkt zum Austreiben ist.

Eine Rotbuche benötigt 13 Stunden Tageslicht, bevor sie austreibt. Nimmt man eine Knospenhülle der Rotbuche in die Hand, sieht man, dass diese durchsichtig ist. D.h., dass bereits hier in der Knospe das Licht durch die Hülle treten konnte und sie genau wusste, wann sie austreiben kann.

Durch die Lichtsignale werden bei den Bäumen und Pflanzen auch Wachstumsimpulse gesetzt. Deswegen ist ihr Wachstum immer dem Licht entgegen.


Bäume können auch riechen. Auch, wenn Bäume keine Nase haben, können sie mit ihrem gesamten „Körper“ riechen, denn alle pflanzlichen Zellen verfügen über eine Art Geruchsrezeptoren. Dies wurde bereits in den 70ern erforscht.

Sobald, z.B., in der Savanne eine Giraffe an einer Schirmakazie knabbert, aktiviert die Akazie einen Giftstoff, der innerhalb weniger Minuten in ihren Blättern ist. Gleichzeitig sendet sie einen Duftstoff, ein Warn Gas welches aus Ethylen besteht aus, um ihre Nachbarn zu warnen. Dies geht natürlich nur in Windrichtung.

Bäume kommunizieren über diese „Duftsprache“ miteinander. Sie geben bei Gefahr eine Warnung an die anderen weiter. Die Forschung steht hier allerdings noch ganz am Anfang und ich denke, wir können gespannt sein, welche Erkenntnisse in den nächsten Jahren noch entdeckt werden.


Lt. dem Zellbiologen Frantisek Baluska sind die feinen Wurzelspitzen der Bäume und Pflanzen ständig in Bewegung und tasten sich durch die Erde. 1 Millimeter pro Stunde wandern und wachsen sie durch den Boden. Sie haben eine Art Tastsinn, mit dem sie um Wiederstände herum wachsen und auch die Wurzeln ihrer eigenen Sprösslinge umschlingen, um sie zu schützen und mit Nährstoffen zu versorgen.

Baluska hat zusammen mit seinem Team an der Universität Bonn außerdem festgestellt, dass Pflanzenwurzeln hirnähnliche Funktionen haben. Die zellbiologischen Strukturen wurden unter dem Mikroskop untersucht und festgesellt, dass diese Ähnlichkeiten mit den Zellen des Gehirns von Tieren aufweisen. Auch wurden Synapsen ähnliche Strukturen gefunden. Mit diesen registrieren Wurzeln Licht, Hindernisse und auch Giftstoffe. Die Informationen der Wurzelspitze werden an die dahinterliegenden Zellen weitergegeben, welche wiederum den Impuls setzen, in welche Richtung die Wurzel weiterwachsen soll.


Dies geht einher mit dem "Hörsinn" der Bäume. So gibt es einen Versuch einer australischen Biologin mit Erbsen: Diese wurden in ein Gefäß, welches einem umgekehrten Y ähneln, gepflanzt. Unter einem Ast des Y floss Wasser, unter dem anderen nicht. Die Wurzeln der Erbse wuchsen ausschließlich in den Ast, unter dem das Wasser floss.


Zu guter Letzt bleibt noch das Schmecken:

Sobald z.B. eine Raupe an einem Baumblatt knabbert, registriert dies der Baum. Er reagiert, indem er Bitterstoffe in seinen Blättern ablagert, welche diese für die Raupe unappetitlich machen, oder aber er sendet Duftstoffe aus, um Insekten anzulocken, welche die Raupe fressen.

Nun hat man Tests gemacht, indem man Rehspeichel auf ein Blatt gegeben hat. Auch hier hat der Baum mit der Bitterstoffablage in seinen Blättern reagiert. Bei einem weiteren Test hat man mit der Gartenschere in ein Blatt geschnitten. Hier ist die Bitterstoffeinlagerung ausgeblieben.

Hieraus wurde resultiert, dass der Baum sehr genau unterscheiden kann, was genau auf seinem Blatt passiert und wie er darauf reagiert. Er kann es sozusagen mit seinen Blättern „schmecken“.


Letztendlich ist es so, dass die Welt der Pflanzen und Bäume noch recht unerforscht ist. Nichtsdestotrotz ist das Wenige, was wir wissen, sehr spannend und faszinierend.


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