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  • AutorenbildSilke

Die purpurfarbene Taubnessel

Aktualisiert: 9. Nov. 2022



Und wieder einmal kam eine Frage von einer guten Freundin: Kannst du mir sagen, welche Wirkkraft die Blüten der Taubnessel haben?


Die Blüten der Taubnessel? Die haben wir als Kinder gepflückt, genauso wie die Blüten der Schlüsselblume, und haben den Nektar herausgesogen. Aber mehr wusste ich darüber nicht zu berichten.

Die Frage war aber für mich der Anlass, mir die Taubnessel etwas näher anzuschauen. Genauer gesagt, die purpurfarbene Taubnessel:

Die purpurfarbene Taubnessel ist die erste Taubnessel, die im Frühjahr blüht und somit eine wichtige Pflanze für Hummeln und Bienen, die sich, den für sie wichtigen Nektar, aus den Blüten saugen. Deswegen ist einer ihrer Volksnamen auch Bienensaug.


Zu ihrer botanischen Gattung gehören außerdem die stängelumfassende Taubnessel, die gefleckte Taubnessel, die weiße Taubnessel und die Goldnessel.

Solange die Taubnesseln noch keine Blüten haben, kann man sie aufgrund der ähnlich geformten Blätter mit denen der Brennnessel verwechseln. Allerdings hat die Taubnessel keine Brennhaare, sie ist sozusagen „taub“ – also ohne Nesselgift.


Der lateinische Name jeder Taubnessel beginnt mit Lamium - dies stammt vom griechischen lamos ab, was so viel bedeutet wie Schlund, Rachen, was sich wiederum auf die Form der Blüten bezieht.

Auch der vierkantige, hohle Stängel der Taubnessel ist unverkennbar und somit ein Erkennungsmerkmal.


Essbar sind alle Taubnesseln. Die Blätter und Blüten können als Wildgemüse, in Suppen oder auch im Salat verarbeitet werden. Sie enthält unter anderem Schleim-und Gerbstoffe, Kalium, Zink, die Vitamine B und C, was sie für uns wertvoll macht.


Die purpurrote Taubnessel ist eine einjährige Pflanze. Durch ihre kurze Samenreifezeit schafft sie es, 3 bis 4 Generationen in einem Jahr auszubilden.

Ihren Namen purpurrot hat sie von den Farben ihrer Blätter. Denn diese sind bei dieser Nesselart rötlich eingefärbt. Die rötliche Farbe verliert sich allerdings mit der Zeit und die Blätter werden grün.


In der Phytotherapie wird hauptsächlich die Blüte der weißen Taubnessel verwendet. Sie hilft vor allem bei Frauenleiden, bei Menstruationsbeschwerden und auch bei den Wechseljahren.


Die purpurfarbene Taubnessel wurde früher bei Harnwegsinfekten, bei Erkältung, Husten und bei Beschwerden im Verdauungssystem angewandt. Dies in Form von Tees, Tinkturen oder Umschlägen. Und hier wurden nur die Blüten verwendet!

Für den Tee z.B. übergießt man 2 TL Taubnesselblüten mit 250 ml heißem (nicht mehr kochendem) Wasser und lässt ihn für 5-10 Minuten abgedeckt ziehen.


Die Taubnessel, war früher eine wichtige Heilpflanze, findet aber in der heutigen Zeit kaum noch Anwendung.

Auch wenn ich die Taubnessel nicht aufgrund ihrer Heilkraft anwende, so ist sie doch regelmäßig ein Teil meines Wildkräutersalates. Denn auch Hildegard von Bingen sagte:

„Wer sie genießt, lacht gern, da ihre Wärme auf die Milz einwirkt und so das Herz erweitert.“


.....und die Frage meiner Freundin kann ich nun beantworten.


Wichtig: Der Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!


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