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  • AutorenbildSilke

Harze


Sobald Nadelbäume verletzt werden, leiten sie ähnlich dem Menschen, eine Art Gerinnungs-bzw. einen Heilungsprozess ein. Der Baum überzieht seine verletzte Stelle mit einem zähflüssigen, klebrigen Saft, dem Harz, der sich in den, den gesamten Baum durchziehenden, Harzkanälen befindet. Hierdurch schützt sich der Baum vor Bakterien und Pilzen, aber auch vor Parasiten.


Das Harz ist aber nicht nur für den Baum wertvoll. Auch wir Menschen nutzen es in der unterschiedlichsten Art und Weise. Früher gab es sogar den Beruf des Harzers oder Pecher, der die Bäume bewusst verletzt hat, um danach das austretende Harz zu sammeln.

Zu den bekanntesten Harzen gehören Weihrauch und Myrrhe, die in Afrika und dem arabischen Raum vorkommen. Aber auch wir haben sehr wertvolle Harze in unseren Wäldern. Hierzu gehört das Harz der Fichte, der Tanne, der Lärche und der Kiefer.


Schon früher hat man mit den Harzen in der Winterzeit die Räume geräuchert, um die Luft von Krankheitserregern zu befreien. Und ich denke, jeder der schon einmal Harze verräuchert hat, kennt den angenehmen, reinigenden und befreienden Duft.


Eines der Hauptbestandteile des Harzes ist Terpentin. Durch Destillation lässt sich dieses aus dem Harz herausfiltrieren und fungiert als Grundstoff für das Terpentinöl, welches im Übrigen schon von den Ägyptern zur Mumifizierung der Pharaonen genutzt wurde.


Speziell aus dem Harz des Wurzelstocks, wird das Kolophonium gewonnen. Das Bogenharz, welches die Saiten von Streichinstrumenten, nach Einreibung besser schwingen lässt.


Wer Harze sammelt, kann sich daraus auch eine Pechsalbe herstellen, die entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und fungizid wirkt. Sie kann bei offenen und entzündeten Wunden, Hautirritationen, kalten Füßen und Entzündungen wie Gicht oder Rheuma eingesetzt werden. Sie kann aber auch als Zugsalbe Splitter aus der Haut ziehen.


Bereits in der Steinzeit kannten die Menschen den „Kaugummi“ – nur, dass sie keine synthetisch hergestellten Kaugummis gekaut haben, sondern Baumharze. Dies war für sie ihre natürliche Zahnpflege, da das Harz desinfizierend auf das Zahnfleisch und die Zähne wirkt.


Beim Sammeln von Harz ist darauf zu achten, die Wundversiegelung des Baumes nicht zu verletzen! Deswegen nur kleine Teile des Harzes, die der Baum nicht mehr braucht, abbrechen. Nach dem Sammeln wird das Harz an einem warmen Ort zum Trocknen ausgelegt. Nach vollständiger Trocknung kann es in geschlossenen Gläsern aufbewahrt werden.


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