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  • AutorenbildSilke

Spitzwegerich – Plantago lanceolata Breitwegerich – Plantago major


Und du, Wegerich, Mutter aller Pflanzen,

offen nach Osten, mächtig im Innern:

Über dich knarrten Wagen, über dich ritten Frauen,

Über dir schrien Bräute, über dir schnaubten Stiere;

Allen hast du widerstanden und setztest dich entgegen:

So wiederstehe auch du dem Gift und der Ansteckung

und dem Übel, das über das Land dahinfährt.


2. Strophe des Neunkräutersegens aus dem 11. Jhd.


Bei uns finden sich 3 Wegericharten:

Der Spitzwegerich, mit seinen länglichen lanzettlichen Blättern,



den Breitwegerich, dessen breite Blätter an den Abdruck einer Fußsohle erinnern





und den mittleren Wegerich, der sich nicht zwischen den beiden entscheiden kann.


So, wie es der Name bereits sagt, findet man die Wegeriche oft auf Wegen. Dies ist nicht verwunderlich, denn seine feinen Samen haften sich an die Schuhe von uns Menschen und werden somit von uns auf unseren Wegen weiter transportiert.



Als die Europäer nach Amerika aussiedelten, hatten diese die Samen des Wegerichs an ihren Schuhen, sodass er sich auch dort langsam ausbreitete. Die Indianer gaben ihm deswegen den Namen: Fußabdruck des weißen Mannes.




Als Heilpflanze sind der Breit-und der Spitzwegerich bekannt.

Den Breitwegerich legen Wanderer bei müden, schmerzenden Füßen in die Schuhe, es können Blasen an den Füßen damit umwickelt werden und auch gegen Insektenstichen hilft der Saft des zerdrückten Breitwegerichblattes, wie auch der Saft der zerdrückten Spitzwegerichblätter.

Ein Bekannter, der vor Jahren den Jakobsweg gelaufen ist, hat mir kürzlich erst erzählt, dass er auf seinem Weg immer wieder Spitzwegerichblätter in die Schuhe gelegt hat und er seinen schmerzenden Füßen und Blasen somit Linderung verschaffen konnte. Das heißt, dass also auch der Spitzwegerich Wanderern einen guten Dienst tut.


Außerdem ist der Spitzwegerich eine altbewährte Lungenheilpflanze, welche als Tee, Sirup oder Tinktur bei Atemwegserkrankungen, wie z.B. Husten, Bronchitis und Asthma angewendet wurde. Ein Rezept zu einem Sirup findest du am Ende des Artikels.


Beim Sammeln der Spitzwegerichblätter ist darauf zu achten, dass keine schwarz oder braun verfärbten Blätter verwendet werden! Die saftig grünen Blätter werden am besten frisch gegessen oder als Tinktur oder Sirup verarbeitet.

Da die Blätter schnell zur Schimmelbildung neigen, ist beim Trocknen derselben darauf zu achten, dass man sie einzeln auslegt, bzw. auffädelt und aufhängt.


Auch in der Küche ist der Spitzwegerich ein gern gesehener Gast. Frisch in einem Wildkräutersalat, geschnitten in einem Kräuterquark oder gekocht in einer Kräutersuppe. Geschmacklich ähnelt er leicht dem Geschmack von Champignons.


Hier 2 Rezepte zum Ausprobieren:


Spitzwegerich Sirup

2 Handvoll frische, klein geschnittene Blätter in ein Schraubglas geben und 1:1 mit Rohrzucker bedecken. Über Nacht löst sich der Zucker auf und die Blätter fallen zusammen. Nun werden wieder 2 Handvoll Blätter und Rohrzucker, wie am Vortag, dazu gegeben. Das Glas verschließen und über Nacht stehen lassen. Das Ganze wird so lange wiederholt, bis das Glas voll ist. Das volle Glas wird nun für 2 Monate an einem warmen Ort mit gleichbleibender Temperatur stehen gelassen (früher wurde das Glas in die Erde vergraben - deswegen nannte man ihn auch Erdkammer-Sirup). Anschließend den Inhalt abseihen und die Blätter auspressen. Die Flüssigkeit kurz auf 70 Grad erwärmen und in Flaschen abfüllen. Der Sirup kann bei Husten, Heiserkeit, Bronchitis, etc. teelöffelweise verwendet werden.

Spitzwegerich-Suppe

2 gr. Handvoll Spitzwegerich, 1 Kartoffel, 1 Möhre, etwas Butter oder Öl, 2 l Brühe, ½ Becher Sahne

Das Öl erhitzen, die fein geschnittenen Spitzwegerichblätter zugeben und etwas andünsten lassen.

Die Brühe zugeben und ca. 10 Minuten kochen lassen. Dann alles pürieren und die Sahne zugeben.


Wichtig: Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!

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