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  • AutorenbildSilke

Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Aktualisiert: 9. Nov. 2022



Vor ein paar Wochen kam eine Freundin zu mir und fragte mich nach der Heilkraft der Karde.

Ob ich weiß, wie man sie verarbeitet und ob sie wirklich bei Borreliose hilft.



Die wilde Karde ist eine zweijährige Pflanze, welche im ersten Jahr am Boden eine Blattrosette ausbildet. Hier werden die Nährstoffe gebündelt, die sie für das Austreiben im Folgejahr benötigt.




Die Blattunterseiten der „Jungpflanze“ sind an der Mittelrippe stachelig.

Im zweiten Jahr treibt sie mit ihrem stacheligen Stängel bis zu 120 – 200 cm aus und bildet einen oval runden eiförmigen stacheligen Kopf.



Zur Blütezeit (Juni – August) bilden sich am Blütenstand, kleine lilafarbene Blüten, die nach und nach in Ringform über den Kopf der Karde wandern.


In früheren Zeiten, als es noch keine Forschungen gab, haben die Menschen die Natur genau beobachtet und daran geglaubt, dass charakteristisch, augenfällige Zeichen einer Pflanze, ihre Wirkweise anzeigt. Bei der Karde glaubte man aufgrund der wanderden Blüten, dass sie gegen kreisförmige und wandernde Hauterscheinungen hilft.



Durch den Ethnobotaniker Wolf Dieter Storl gewann sie in den letzten Jahren an Bedeutung, da er die Heilpflanze für Borreliosekrankheiten erkannt hat.


Diesbezüglich gibt es Studien, welche besagen, dass die Tinktur aus der Kardenwurzel Borreliose-Bakterien hemmt. Allerdings handelt es sich hierbei um Versuche, die unter Laborbedingungen stattgefunden haben. Klinische Untersuchungen bezüglich der Wirkung beim Menschen gibt es noch nicht.


Demzufolge spricht zumindest nichts gegen eine begleitende Behandlung mit der Kardentinktur, zusätzlich zu der schulmedizinischen Behandlung.


Wie bei jeder Pflanze, hat auch die Namensgebung der wilden Karde einen geschichtlichen Hintergrund:

Ihr Name kommt daher, dass im Mittelalter die stacheligen Köpfe zum Kämmen (karden) der Wolle genutzt wurde, um diese für das Spinnen vorzubereiten.


Auch ihr lateinischer Name hat eine spezielle Bedeutung:

Dispa kommt aus dem Griechischen und bedeutet Durst.

Durch die Art und Weise, wie die großen Blätter den Stängel der Karde umschließt, bilden sich am Stängel eine Art Wasserauffangbecken, in welchem sich Regenwasser und auch Tau ansammelt. Vögel und auch Wanderer können hier ihren Durst löschen. Was ihr einen weiteren Namen: „Zisternenpflanze“ einbringt.



Von der Karde wird die Wurzel verwendet. Der Herbst ist die richtige Zeit um von den einjährigen Pflanzen die Wurzeln zu ziehen.

Die gehackte Wurzel wird in Alkohol eingelegt, kann aber auch als Tee verwendet werden.


Teeherstellung: 1 Teelöffel getrocknete Kardenwurzel mit 150 ml Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen.


Herstellung der Tinktur: 100 gr frische, zerkleinerte und gereinigte Wurzel setzt man mit 500 ml 70%-igen Alkohol an. Den Ansatz unter gelegentlichem Schütteln 10 Tage reifen lassen.


Die Dosierungsempfehlung von WD. Storl ist: 3 x tgl. 3 EL vor den Mahlzeiten einnehmen.


Wichtig: Der Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!

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