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  • AutorenbildSilke

Echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum L.

Aktualisiert: 9. Nov. 2022



Zur Sommersonnenwende ist genau der richtige Zeitpunkt, die Dunderblume, wie es im Volksmund auch genannt wird, zu sammeln. Dunder kommt von Donner – denn früher hat man das Johanniskraut in der Stube aufgehängt, um sich vor Blitz und Donner zu schützen.


Das Erkennungsmerkmal des echten Johanniskrautes ist der zweikantige Stängel. Alle anderen Johanniskräuter haben runde oder vierkantige Stängel.

Hält man ein Blatt des Krautes in das Sonnenlicht, sieht man, dass es viele durchscheinende Punkte aufweist. Hier handelt es sich um Öldrüsen.

Die Blüte besteht aus 5 leuchtend gelben Blütenblättern, welche als kleine Sonne angesehen werden, was auf eine seiner Wirkungen hindeutet. Denn das Johanniskraut kann Sonne in unser Gemüt bringen, wenn wir unter Angstzuständen, nervösen Anspannungen oder leichten Depressionen leiden.


Zerreibt man eine Blüte oder Knospe zwischen den Fingern, färben sich diese rotbraun. Hierbei handelt es sich um das Öl, welches aus den Öldrüsen austritt.


Da der Stängel des Johanniskrautes recht hart ist, (es wird auch Hartheu genannt), schneidet man es mit einem Messer oder Schere ab. Hierbei erntet man die oberen 10-20 cm. Schaut man sich den Stängel genau an, sieht man, dass er mit einem Mark gefüllt ist, was ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Johanniskräutern ist.


Das geerntete Kraut kann man trocknen und für die Teezubereitung aufbewahren oder man stellt daraus das Rotöl her.


Hierzu zupft man die Blüten, Knospen und Blätter vom Stängel und füllt sie in ein Schraubglas. Das Ganze wird mit einem guten, kaltgepresstem Öl übergossen und in die Sonne gestellt. Und hier beginnen sich die Geister zu scheiden, denn andere sagen, dass es im Schatten reifen soll. Was richtig und was falsch ist, weiß ich nicht. Ich lasse mich hier nach meinem Gefühl leiten und das sagt mir, dass das Sonnenkraut gerne in der Sonne stehen darf. Das Öl sollte nun mindestens 4 Wochen reifen, darf aber gerne auch länger stehen bleiben. Das Öl färbt sich nach und nach rot, da das Hypericin aus den Öldrüsen der Pflanze gelöst wird. Nach der Ziehzeit wird das Öl nun abgefiltert und in einem dunklen Glas aufbewahrt.



Das Öl kann äußerlich bei Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Hexenschuss, Ischias, Rheuma, Gicht, Gürtelrose, Muskelverspannungen und leichten Verbrennungen – also auch Sonnenbrand – aufgetragen werden.



Sowohl bei der innerlichen, als auch bei der äußerlichen Anwendung des Johanniskrautes sind auch immer die Nebenwirkungen zu beachten! So kann die Einnahme eine Lichtempfindlichkeit verursachen, da unser natürlicher UV-Schutz herabgesetzt wird. Sonnenbäder sind somit nach der Anwendung von Johanniskraut zu meiden.

Auch kann es die Wirkung der Anti-Baby-Pille herabsetzen und sollte nicht in Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Ebenso weist es Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung von blutgerinnungshemmenden Mitteln, Antibiotika, Herzmittel und Immunsuppressiva auf. Hier sollte von einer Selbstmedikamentation ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt abgesehen werden!


Zum Johanniskraut gibt es natürlich wie bei vielen Heilpflanzen, einige Geschichten. Die bekannteste davon möchte ich kurz erzählen:

Vor langer Zeit hat sich eine junge Frau dem Teufel verschrieben. Als er sie zu gegebener Zeit in seine Gewalt bringen wollte, bekam sie Angst, lief davon und setzte sich in das Johanniskraut, welches sie am Wegesrand sah. Die Macht des Johanniskrautes hielt den Teufel davon ab, sich seine Braut zu holen. So rief er zornig: „Hartenau du verfluchtes Kraut, du hast mir entführt meine Braut.“ Vor lauter Wut stach der Teufel mit einer Nadel auf die Blätter des Johanniskrautes ein. Und so entstanden die Löcher, die man auf jedem Blatt erkennen kann.


Wichtig: Der Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!







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