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  • AutorenbildSilke

Kraft der Knospen - Gemmotherapie

Aktualisiert: 1. Dez. 2023


Vor zwei Jahren habe ich mir in den Kopf gesetzt, Bäume auch im Winter, ohne ihr Blattwerk erkennen zu können. Ehrlich gesagt ist das gar nicht so einfach. Man orientiert sich an der Rinde/Borke die, wie die Haut bei uns Menschen, doch immer wieder sehr unterschiedlich aussieht. Dann gibt es noch die unterschiedlichen Wuchsformen und Knospen.


Beim Stöbern im Internet, nach geeigneter Fachliteratur zur Baumbestimmung, bin ich dann bei den Knospen hängen geblieben. Bei der Heilkraft der Knospen, die in der sogenannten Gemmotherapie genutzt wird.


Aber was genau ist diese Gemmotherapie?

Die Gemmotherapie ist ein Teil der Phytotherapie. Im Unterschied zur Phytotherapie, bei der einzelne Inhaltsstoffe der Pflanze auf pathologische Zustände wirken, nutzt man bei der Gemmotherapie die Moleküle des Embryonalgewebes der Knospen.

Denn in diesen ist alles das verankert, was die Pflanze benötigt, um Blätter und Blüten bilden zu können.

Um alle wichtigen Inhaltsstoffe aus der Knospe lösen zu können, nutzt man hier ein Gemisch aus Glycerin und Alkohol.


Was im ersten Moment als neue Therapieform erscheint, ist ein uraltes Wissen, dass nur in Vergessenheit geraten ist. So setzte z.B. schon Hildegard von Bingen Apfelknospen bei Kopfschmerzen ein.

Wiederentdeckt wurde die Gemmotherapie von dem belgischen Arzt Dr. Henry Pol in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seine Forschungen wurden durch den Arzt Max Tetau weiterentwickelt, der den Begriff „Gemmotherapie“ prägte.



Mittlerweile ist die Therapieform in das europäische Arzneibuch aufgenommen worden und es gibt fertige Gemmomazerate von (Stand heute) 18 Pflanzen in den Apotheken zu kaufen.

Das Mazerat lässt sich aber auch selbst ganz einfach herstellen.


Da der richtige Sammelzeitpunkt für Knospen das Frühjahr ist, kurz bevor die Knospen aufspringen, ist es unumgänglich, die Natur genau zu beobachten und immer wieder zu den gleichen Bäumen/Pflanzen zu gehen. Und dann darf gesammelt werden.


Hier gilt der Grundsatz: Knospen sammelt man mit einem Fingergut – da man nur sehr kleine Mengen benötigt! Auch sollte man nicht nur an einem Baum sammeln, sondern die Knospen von mehreren Bäumen abknipsen. So hat jeder einzelne Baum, weiterhin die Möglichkeit zu wachsen.

Natürlich kann man sich im Vorfeld informieren, welche Pflanze, welche Wirkkraft besitzt, man kann aber auch im Frühling die ein oder andere Knospe von bekannten Bäumen/Pflanzen kosten. Und meist ist es so, dass man dann ganz genau weiß, welche Knospe man evtl. brauchen könnte.





Wichtig: Der Artikel dient nur zur Information und ersetzt in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!



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